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WordPress-Relaunch ohne Rankingverlust: Ablauf, Checkliste und Kosten

Serhat Ay, Cenovio8 min

Ein WordPress-Relaunch läuft in fünf Phasen: Bestandsaufnahme und Analyse, Ziele mit Seitenstruktur und URL-Mapping, Aufbau auf einer Staging-Umgebung, Test mit scharf geschalteten Weiterleitungen und Go-live, Nachkontrolle. Bis zum Go-live braucht eine kleine Unternehmensseite sieben bis vierzehn Wochen, eine mittlere Seite drei bis fünf Monate, ein WooCommerce-Shop vier bis acht Monate; die vier Wochen Nachkontrolle kommen jeweils dazu. In Agenturangeboten kosten kleine Seiten rund 3.000 bis 8.000 Euro, mittlere Seiten mit Blog 8.000 bis 25.000 Euro. Rankings überstehen den Umzug, wenn jede alte Adresse vor dem Go-live ein passendes Ziel hat.

Wann reicht ein Redesign, wann braucht es einen Relaunch, wann einen CMS-Wechsel?

Ein Redesign ändert das Aussehen und lässt Struktur, Adressen und Inhalte stehen. Ein Relaunch baut die Seite neu auf: Navigation, Seitenstruktur, Inhalte, Technik, meist mit neuen Adressen. Ein CMS-Wechsel ist ein Relaunch mit zusätzlichem Systemumzug.

Läuft die Seite technisch sauber, passt die Navigation zum Angebot und wirkt nur das Erscheinungsbild alt, reicht ein Redesign: neues Theme, dieselben Seiten unter denselben Adressen. Das ist in wenigen Wochen erledigt und rührt die Rankings kaum an, solange Überschriftenstruktur und Seitentitel unangetastet bleiben. Genau daran scheitern Redesigns öfter als gedacht: Ein neues Theme rendert die H1 anders, ein Page Builder gibt Zwischenüberschriften als reine Textblöcke aus.

Nötig wird ein Relaunch, sobald die Struktur zum Geschäft nicht mehr passt: Leistungen im Menü, die es nicht mehr gibt, neue, die fehlen, mehrere Sekunden Ladezeit durch einen überladenen Page Builder.

Ein CMS-Wechsel lohnt sich seltener, als er angeboten wird. WordPress bleibt für die meisten Unternehmensseiten das passende System, solange es schlank gehalten wird. Für einen Wechsel sprechen Anforderungen, die WordPress nur mit vielen Plugins abdeckt, sehr hohe Ansprüche an Ladezeit und Sicherheit oder Systeme ohne stabile Erweiterungen. Wer WordPress verlässt, weil die Seite langsam ist, löst ein Theme-Problem auf die teuerste Art.

Wie läuft ein WordPress-Relaunch ab, und wie lange dauern die Phasen?

Ein Relaunch besteht aus fünf Phasen, die aufeinander folgen. Bis zum Go-live summieren sie sich für eine kleine Unternehmensseite mit bis zu 15 Unterseiten auf sieben bis vierzehn Wochen, für eine mittlere Seite mit 50 bis 200 Adressen auf drei bis fünf Monate, für einen WooCommerce-Shop auf vier bis acht Monate. Die vier Wochen Nachkontrolle kommen jeweils dazu. Wo eine Seite in ihrer Spanne landet, entscheidet die Zuarbeit aus dem Unternehmen: Texte, Bilder, Freigaben. Die Technik ist selten der Engpass.

Phase 1: Bestandsaufnahme und Analyse (ein bis zwei Wochen). Am Anfang steht eine vollständige Liste aller Adressen mit Rankings, Klicks und eingehenden Links, aus Crawl, Search-Console-Daten und Sitemap. Dazu wird die Technik erfasst: Theme, Plugins, PHP-Version, Formulare, Tracking, Schnittstellen. Adressen, die in dieser Liste fehlen, tauchen nach dem Go-live als Fehlerseiten auf.

Phase 2: Ziele, Seitenstruktur und URL-Mapping (ein bis zwei Wochen). Zuerst wird festgehalten, woran der Relaunch gemessen wird: mehr Anfragen über bestimmte Leistungsseiten, kürzere Ladezeit, ein Bereich, der bisher fehlt. Daraus entsteht die neue Seitenstruktur: welche Seiten bleiben, zusammengelegt werden, wegfallen oder neu dazukommen. Eine rankende Leistungsseite, die dabei zu einem Absatz auf einer Übersichtsseite schrumpft, verliert ihre Position, so sauber die Weiterleitung auch ist. Parallel bekommt jede alte Adresse in einer Tabelle ihr neues Ziel, Kategorie-, Schlagwort- und Anhangseiten eingeschlossen. Das Mapping steht, bevor gebaut wird.

Phase 3: Aufbau auf der Staging-Umgebung (vier bis acht Wochen bei kleinen, zwei bis vier Monate bei mittleren Seiten). Die neue Seite entsteht auf einer Kopie, die für Suchmaschinen gesperrt ist, während die alte weiterläuft. Inhalte werden übernommen oder überarbeitet, Formulare, Tracking und Schnittstellen angebunden, Ladezeit und mobile Darstellung geprüft. Welche technischen Voraussetzungen dabei zusammenspielen, von Crawlbarkeit bis Core Web Vitals, erklärt der Beitrag zu technischem SEO.

Phase 4: Test, Weiterleitungen scharf schalten, Go-live (ein bis zwei Wochen). Die Regeln aus dem Mapping werden eingerichtet, bei WordPress auf Serverebene in der .htaccess oder per Plugin, wenn es wenige sind. Jede Regel wird gegen die Staging-Umgebung getestet: Statuscode 301, direktes Ziel ohne Kette, keine Fehlerseite als Ziel. Das Umschalten dauert einen Tag und liegt auf einem ruhigen Werktag: davor ein vollständiges Backup, danach die Kontrolle von Indexierungssperre, Sitemap, Weiterleitungen und Formularen.

Phase 5: Nachkontrolle (vier Wochen). Vier Wochen deshalb, weil Suchmaschinen die alten Adressen nach und nach erneut aufrufen und Weiterleitungsfehler verzögert sichtbar werden. Der Prüfplan dafür folgt im letzten Abschnitt.

Wie bleiben die Rankings beim Relaunch erhalten?

Rankings gehen beim Relaunch durch fünf Fehler verloren: alte Adressen ohne Weiterleitung, gekürzte oder gestrichene Inhalte, veränderte Seitentitel und Überschriften, gekappte interne Verlinkung und eine Indexierungssperre, die aus dem Staging mitwandert. Sind diese fünf Punkte vor dem Go-live abgearbeitet, bleiben die Positionen in aller Regel erhalten. Ein sechster Punkt folgt direkt nach dem Umschalten: die Suchmaschinen auf die neuen Adressen stoßen.

Weiterleitungen 1:1. Jede alte Adresse zeigt per 301 auf die Seite, die ihr Thema heute abdeckt, ohne Zwischenstation. Eine pauschale Weiterleitung auf die Startseite überträgt keine Relevanz; Google wertet sie üblicherweise als Fehlerseite. Eine geänderte Permalink-Struktur, etwa der Umstieg von Datumspfaden auf reine Slugs, braucht eine Musterregel für alle Beiträge; Hunderte Einzelregeln sind fehleranfällig und bremsen den Server.

Inhalte übernehmen. Der Text der rankenden Seiten wandert vollständig mit; kürzen lässt sich später, wenn die Positionen stabil sind.

Titel, H1 und Meta-Beschreibungen erhalten. Seitentitel gehen leicht verloren, weil sie in WordPress im SEO-Plugin liegen: Beim Plugin-Wechsel und beim Übertragen der Inhalte in eine neue Installation kommen sie nicht mit. Die Titel aus der Bestandsaufnahme werden übernommen oder gezielt verbessert; die Standardvorlagen eines frisch eingerichteten SEO-Plugins gehören vorher abgeschaltet.

Interne Verlinkung nachbauen. Eine neue Navigation führt oft an Seiten vorbei, die vorher aus Menü, Footer oder Fließtext verlinkt waren. Vor dem Go-live zählt ein Crawl der Staging-Umgebung, wie viele interne Links die wichtigsten Seiten im alten und im neuen Aufbau haben.

Indexierungssperre aus dem Staging entfernen. Eine Staging-Umgebung ist zu Recht für Suchmaschinen gesperrt, über die Lese-Einstellung in WordPress, eine robots.txt mit Disallow oder einen Passwortschutz. Beim Umschalten wird jede dieser drei Stellen einzeln geprüft: Eine mitgewanderte Sperre macht alle übrigen Maßnahmen wertlos und fällt in der Search Console erst nach Tagen auf.

Sitemap, Search Console und IndexNow. Direkt nach dem Go-live wird die neue XML-Sitemap in der Search Console eingereicht. IndexNow meldet neue und geänderte Adressen an die Suchmaschinen, die das Protokoll unterstützen, darunter Bing; für Google bleibt die Sitemap der Weg, ergänzt um die URL-Prüfung der wichtigsten Seiten.

Was kostet ein WordPress-Relaunch, und was treibt den Preis?

Eine kleine Unternehmensseite mit bis zu 15 Unterseiten kostet in Agenturangeboten im deutschsprachigen Raum nach Marktbeobachtung 2025/2026 grob 3.000 bis 8.000 Euro. Eine mittlere Seite mit Leistungsbereich, Blog und überarbeiteten Inhalten liegt bei 8.000 bis 25.000 Euro. Ein WooCommerce-Shop beginnt bei etwa 15.000 Euro und erreicht mit großem Sortiment und Schnittstellen 50.000 Euro und mehr. Freelancer liegen häufig darunter, Agenturen mit eigener Konzept- und Textphase darüber. Der konkrete Rahmen ergibt sich aus der Bestandsaufnahme; den Ausschlag geben sechs Preistreiber:

  • Zahl der Adressen, die gemappt und weitergeleitet werden müssen
  • Anteil der Inhalte, die neu geschrieben statt übernommen werden
  • Funktionen, die mitwandern: Shop, Buchung, Mitgliederbereich, Formulare, Schnittstellen zu CRM oder Warenwirtschaft
  • Mehrsprachigkeit, die Adressen, Inhalte und Mapping vervielfacht
  • Individuelles Design gegenüber einem angepassten Theme
  • Technische Altlast: Page-Builder-Shortcodes und veraltete Plugins, deren Inhalte von Hand bereinigt werden

In vielen Angeboten fehlen drei Posten, die trotzdem bezahlt werden: neue Texte und Bilder, die Nachkontrolle nach dem Go-live und der Betrieb danach mit Hosting, Updates und Backups. Den monatlichen Teil deckt die WordPress-Wartung ab.

Selbst machen, SEO-Begleitung oder Agentur: was zu welcher Seite passt

Ob externe Hilfe nötig ist, entscheidet der organische Traffic. Eine Seite mit weniger als zehn Unterseiten, die über Google keine Anfragen bringt und ihre Adressen behält, lässt sich in Eigenregie umziehen: Backup ziehen, neues Theme einrichten, Inhalte übertragen, Formulare testen. Der Preis ist Zeit, meist mehrere Arbeitstage, das Risiko bleibt klein.

Sobald Anfragen über Google kommen, lohnt mindestens eine SEO-Begleitung ohne Umsetzung, der übersehene Mittelweg. Gebaut wird die Seite dann vom eigenen Webdesigner oder im Unternehmen, extern kommen Bestandsaufnahme, Adressliste mit Rankings, Mapping-Tabelle, der Test aller Regeln vor dem Umschalten und die vier Wochen Nachkontrolle dazu. In Agenturangeboten ist das ein Posten von wenigen Tagen und deckt die Schritte ab, an denen die meisten Verluste entstehen.

Die Komplettvergabe lohnt ab etwa 50 Adressen mit Rankings, bei Shops, bei Mehrsprachigkeit und bei jedem CMS-Wechsel. Eine Leistungsseite, die jeden Monat Anfragen liefert, ist nach einem missglückten Umzug für Wochen weg, und die Reparatur kostet ein Vielfaches der Begleitung vorher. Den Ablauf bei Cenovio beschreibt die Leistungsseite WordPress-Relaunch; für einen Neubau ohne Bestandsseite ist die Webdesign-Agentur der Einstieg.

Checkliste vor dem Go-live

Abgearbeitet wird die Liste auf der Staging-Umgebung, solange die alte Seite online ist.

  • Vollständiges Backup der alten Seite (Dateien und Datenbank) liegt außerhalb des Servers
  • URL-Mapping vollständig: jede Adresse aus Crawl, Search Console und Sitemap hat ein Ziel
  • Alle Weiterleitungen getestet: Statuscode 301, direktes Ziel ohne Kette, keine Fehlerseite als Ziel
  • Seitentitel, Meta-Beschreibungen, H1 und Inhalte der rankenden Seiten übernommen oder bewusst verbessert
  • Wichtigste Seiten aus Navigation, Footer und Fließtext intern verlinkt
  • Indexierungssperre aus dem Staging deaktiviert (Einstellungen › Lesen), robots.txt ist die der Live-Seite
  • Canonical-Tags zeigen auf die Live-Domain, Suchen-und-Ersetzen in der Datenbank ist gelaufen
  • Domain-Varianten (http/https, www, Schrägstrich am Ende) leiten auf eine Fassung
  • XML-Sitemap enthält nur neue Adressen mit Status 200
  • Strukturierte Daten, Ladezeit und Core Web Vitals der wichtigsten Seiten geprüft
  • Formulare, Tracking und Cookie-Einwilligung funktionieren
  • Hoster-Cache und CDN werden beim Umschalten geleert, bei Hosterwechsel die DNS-TTL vorher gesenkt
  • Am Tag nach dem Go-live ist jemand erreichbar, der Weiterleitungen korrigiert

Allgemeine Prüfpunkte jenseits des Relaunchs stehen in der SEO-Checkliste.

Was in den ersten vier Wochen nach dem Go-live zu prüfen ist

Vier Punkte gehören auf den Prüfplan, in der ersten Woche täglich geprüft, danach wöchentlich.

  • 404-Fehler in den Serverlogs: Jede alte Adresse dort fehlt im Mapping und bekommt nachträglich eine Regel
  • Indexabdeckung in der Search Console: Die indexierten Seiten sollen auf das erwartete Niveau steigen, die alten Adressen daraus verschwinden
  • Positionen der wichtigsten Seiten im Vergleich zur Bestandsaufnahme, der einzigen verlässlichen Basis dafür
  • Ladezeit unter echtem Traffic, weil eine Staging-Umgebung nie die Last der Live-Seite trägt

Fällt eine Seite trotz korrekter Weiterleitungen deutlich oder verschwindet sie aus dem Index, beschreibt der Beitrag Rankings nach dem Relaunch verloren die Reparatur in der richtigen Reihenfolge.

Nach vier Wochen ohne offene Fehler geht der Relaunch in den Regelbetrieb über, mit Updates, Backups und Monitoring in fester Routine.

Häufige Fragen

Der Export aus der Search Console mit Seiten, Suchanfragen und Positionen der letzten 16 Monate, die aktuelle XML-Sitemap, ein Crawl der alten Seite mit Seitentiteln, H1 und Meta-Beschreibungen, dazu die Adressen mit eingehenden Links. Nach dem Go-live sind diese Dateien die einzige Vergleichsbasis, denn die alte Seite lässt sich dann nicht mehr crawlen.

Nein, und wo Adressen bleiben können, sollten sie bleiben: Eine unveränderte Adresse braucht keine Weiterleitung und trägt kein Risiko. Sinnvoll ist eine Änderung bei unlesbaren Strukturen mit Datumspfaden, Parametern oder Zahlen-IDs und bei neuen Seitenebenen. Dann gehört jede Adresse ins Mapping.

Diese Adressen stehen im Mapping wie jede andere. Kategorien mit Rankings behalten ihren Pfad oder bekommen ein 1:1-Ziel; Schlagwortseiten ohne Besucher gehen auf die passende Kategorie oder auf „nicht indexieren", bevor sie entfallen. Anhangseiten legt WordPress für jedes hochgeladene Medium an. Seit Version 6.4 sind sie bei Neuinstallationen abgeschaltet, eine aktualisierte Bestandsseite behält sie; im Mapping bekommen sie die Seite als Ziel, die das Medium einbindet.

Ja, in den letzten ein bis zwei Wochen vor dem Umschalten. Jede Änderung an der alten Seite nach dem Kopieren der Inhalte auf die Staging-Umgebung geht beim Go-live verloren: neue Beiträge, geänderte Preise, Einträge, die Plugins in der Datenbank ablegen. Muss doch etwas online, wird es auf beiden Seiten gepflegt.

Die Adressen mit Rankings aus der Search Console, die Zahl der Seiten und Sprachen, alle Funktionen von Shop über Buchung bis Schnittstelle, Theme und Plugins im Bestand, dazu die Entscheidung, welche Inhalte übernommen und welche neu geschrieben werden. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle auf derselben Liste beruhen und URL-Mapping, Weiterleitungstest und Nachkontrolle als eigene Positionen ausweisen.

Mehr Sichtbarkeit für das eigene Unternehmen?